Krankenkasse wechseln

Innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kann man unter Einhaltung der Kündigungsfrist problemlos seine Krankenversicherung wechseln. Ein Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung (PKV) ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Der Wechsel von einer privaten zur gesetzlichen Krankenversicherung ist ebenfalls möglich, jedoch  an mehrere Bedingungen geknüpft. Hier erfahren Sie, was Sie beim Wechsel Ihrer Krankenversicherung beachten müssen.

Warum die Krankenkasse wechseln?

Alle Krankenkassen müssen bestimmte Richtlinien zur Versorgung erfüllen. Das bedeutet, dass ein Mindeststandard an medizinischer Versorgung eingehalten und entsprechende Leistungen erbracht werden müssen. Grundlegend kann man von jeder Krankenkasse die gleichen Leistungen erwarten.

Leistungen unterscheiden sich

Krankenkasse wechselnViele Krankenkassen bieten Zusatzleistungen an und übernehmen beispielsweise für bestimmte Leistungen mehr Kosten, als der Gesetzgeber es vorschreibt. Wer auf eine Sehhilfe angewiesen ist, ist zum Beispiel bei einer Krankenversicherung gut aufgehoben, die höhere Zuschüsse für Sehhilfen leistet als den Mindestbetrag.

Die Leistungen der verschiedenen Krankenkassen unterscheiden sich. Und wie bei allen anderen Versicherungen, verändern sich die Leistungen der Krankenversicherer mit der Zeit. Da kann es nicht schaden, regelmäßig einen Krankenkassenvergleich durchzuführen, um zu einem Anbieter mit besserem Leistungsumfang zu wechseln.

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Zusatzbeiträge zu hoch – Krankenkassenwechsel kann sich lohnen

Ein anderer Grund sind die Zusatzbeiträge. Die Krankenversicherer dürfen freiwillige Zusatzbeiträge erheben. Die meisten Kassen machen davon Gebrauch, der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt bei 0,9 Prozent. Einige Krankenkassen erheben Beiträge von über 1,5 Prozent und ein paar wenige verzichten komplett darauf. Daraus ergeben sich teils große Beitragsunterschiede, obwohl die Zusatzbeiträge nicht  ins Gewicht fallen, da diese seit 2019 zur Hälfte vom Arbeitgeber gezahlt werden. Die Zusatzbeiträge werden jährlich angepasst, bei einer Erhöhung steht dem Versicherten ein Sonderkündigungsrecht zu, sodass er zu einer anderen GKV wechseln kann.

Nicht nur der Wechsel innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherungen ist möglich, sondern der Wechsel von der gesetzlichen zur privaten Krankenversicherung. Die private Krankenversicherung ist in der Regel teurer als die gesetzliche, dafür bietet sie teils deutlich bessere Leistungen. Besonders für Vielverdiener und Selbstständige ist die PKV interessant. Als Selbstständiger zahlt man in der GKV den vollen Beitragssatz inklusive Arbeitgeberanteil und somit das Doppelte von dem, was ein Arbeitnehmer bezahlt. Die Höhe der Beiträge von GKV und PKV unterscheiden sich  nicht dramatisch wie für einen Arbeitnehmer.

Der Wechsel von der PKV in die GKV ist möglich, aber schwierig. Er sollte gut durchdacht werden und kommt in Frage, wenn die PKV mit der Zeit zu teuer geworden ist.

Ein Versicherungswechsel innerhalb der PKV ist möglich. Hier gilt das Argument der Beiträge und Leistungen. Dies ist in den wenigsten Fällen sinnvoll. Warum das so ist und wie Sie ihre Krankenversicherung wechseln, erfahren Sie im weiteren Verlauf dieses Artikels.

Gesetzliche Krankenkasse (GKV) wechseln

Im Grunde ist ein Wechsel innerhalb der gesetzlichen Krankenkassen jederzeit problemlos möglich. Um wechseln zu können, muss man bei der derzeitigen GKV 18 Monate lang krankenversichert gewesen sein. Ab diesem Zeitpunkt gilt eine Kündigungsfrist von zwei Monaten. Die Krankenversicherung ist nicht wie ein Stromtarif, welcher sich regelmäßig um ein Jahr verlängert.

Wenn die gesetzliche Krankenkasse die Zusatzbeiträge erhöht, steht dem Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht zu, welches vor Ablauf der 18 Monate Mindestversicherungszeit gilt. Die Kündigung muss bis zum Ende des Monats bei der Krankenkasse eingehen, in dem der neue Beitragssatz erstmalig berechnet wird.

Der Wechsel der GKV  ist  einfach:

  • Schriftliche Kündigung beim aktuellen Anbieter einreichen
  • Neue Krankenversicherung abschließen
  • Kündigungsbestätigung des aktuellen Anbieters an die neue GKV schicken

Musterschreiben für die Kündigung gibt es kostenlos im Internet. Beim Versicherungswechsel ist der letzte Schritt von besonderer Bedeutung. Ohne die Kündigungsbestätigung ist der Wechsel nicht möglich. Es muss gesichert sein, dass lückenloser Versicherungsschutz gewährleistet ist. Das geht, wenn die neue GKV die Bestätigung bekommt, dass der Schutz der aktuellen GKV endet.

Kann es Probleme beim Kassenwechsel geben?

Wenn die neue GKV der alten nicht den Wechsel mitteilen kann, wird die Kündigung ungültig und somit bleibt die alte Versicherung bestehen. Man braucht sich keine Sorgen zu machen, ohne Krankenversicherung zu sein, sollte beim Wechsel etwas schiefgehen. Eine zwischenzeitliche Doppelbelastung gibt es nicht, die neue GKV erhebt die Beiträge erst, wenn der gekündigte Vertrag ausgelaufen ist.

In Deutschland ist die Krankenversicherung eine Pflichtversicherung, man ist gesetzlich pflichtversichert. Unter bestimmten Umständen, beispielsweise wenn man ein Bruttoeinkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2019: 60.750 Euro) bezieht oder nicht mehr in der Familienversicherung mitversichert ist, entfällt die Pflichtversicherung. Die Versicherungspflicht besteht weiter, man hat die Wahl zwischen der PKV und der freiwilligen Versicherung bei einer GKV. Wer gesetzlich Pflichtversichert ist, braucht sich um den Wechsel zu einer freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung nicht zu kümmern, sollte die Pflichtversicherung enden. Der Wechsel erfolgt normalerweise automatisch, sodass man nichtmals daran denken muss, einen Antrag zu stellen.

Wechsel von gesetzlicher zu privater Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung hat viele Vorteile, insbesondere bezüglich der Leistungen. Es gibt auch Nachteile.  Diese können erhöhte Beiträge sein oder Probleme beim Wechsel PKV in GKV.

PKV für Studenten

Krankenkassenwechsel - junge ÄrztinWer eine private Krankenversicherung abschließen möchte, sollte dies möglichst früh tun. Für Studenten gibt es spezielle Tarife, die während der Studienzeit attraktiv sein können. Nach dem Studium hat der Student die Möglichkeit, in der PKV zu bleiben oder zurück in die GKV zu wechseln. Der frühe Eintritt in eine private Krankenversicherung hat viele Vorteile. Als Student ist man in der Regel noch jung und gesund. Da mit einer positiven Gesundheitsprüfung und langer Mitgliedschaft zu rechnen ist, sind die Beiträge  niedrig und können auf Dauer unter dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassenbeiträge liegen.

PKV für Angestellte

Angestellte können ab einem Jahres-Bruttogehalt von 60.750 Euro (Stand: 2019) zu einer privaten Krankenversicherung wechseln. Es ist nicht mehr notwendig, drei Jahre in Folge entsprechend verdient zu haben, der Wechsel ist derzeit direkt ab Überschreitung dieser Grenze möglich. Selbstständige, Beamte und Freiberufler können ebenfalls eine private Krankenversicherung abschließen.

PKV für Beamte

Für Beamte ist die PKV sehr attraktiv. Der Dienstherr zahlt 50 Prozent Beihilfe zur gesundheitlichen Versorgung des Beamten. Die private Krankenversicherung kostet Beamte halb so viel, wie der gleiche Tarif einen einfachen Angestellten kosten würde. Der Beamtenstatus bedeutet zugleich eine feste Arbeitsstelle und ein anständiges Gehalt, was beste Bedingungen für eine PKV bedeutet.

Vor dem Wechsel muss der GKV gekündigt werden. Nach 18 Monaten Mitgliedschaft beträgt die Kündigungsfrist 2 Monate, im Falle einer Beitragserhöhung gilt ein Sonderkündigungsrecht. Nach Einreichung der Kündigung kann eine private Krankenversicherung abgeschlossen werden. Wurde die PKV abgeschlossen, schickt man dieser die Kündigungsbestätigung der GKV zu.

Sollte der Antrag auf privaten Versicherungsschutz, beispielsweise aufgrund der Gesundheitsprüfung, abgelehnt werden, gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. Die Kündigung wird erst wirksam, sobald die PKV die GKV über den neuen Versicherungsschutz in Kenntnis setzt. Das kann sie tun, wenn der Antrag auf Krankenversicherung angenommen ist und die Kündigungsbestätigung der GKV vorliegt. Geschieht das nicht, bleibt die Kündigung ungültig und der Versicherungsschutz der GKV bleibt bestehen.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Voraussetzungen für die PKV 2019.

Wechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung

Der Wechsel von einer PKV zu einer anderen ist möglich. Es gibt Fallstricke und Tücken. Damit die Beiträge im höheren Alter nicht stark steigen, zahlen Privatversicherte höhere Beiträge, als sie für die durchschnittliche Gesundheitsversorgung in ihrem Alter zahlen müssten. Der Mehrbetrag wird zurückgestellt. Wenn die durchschnittlichen Versorgungskosten die Beiträge übersteigen, wird die Differenz durch Geld aus dieser Altersrückstellung ausgeglichen.

Rückstellungen gehen verloren

Obwohl es gesetzlich geregelt ist, dass die Rückstellungen bei einem Wechsel zu einer anderen PKV mitgenommen werden dürfen, geschieht das in der Praxis selten. Es gibt teils dramatische Einbußen, sodass ein guter Teil des Geldes weg ist. In der neuen PKV muss die Rücklage neu aufgebaut werden, was höhere Beiträge bedeutet. Man sollte bedenken, dass die Beiträge altersentsprechend berechnet werden.

Wer als Student im Alter von 20 Jahren eine private Krankenversicherung abgeschlossen hat, zahlt aufgrund des Alters, des guten Gesundheitszustands und der zu erwartenden Dauer der Beitragszahlungen  geringe Beiträge. Wenn diese Person im Alter von 35 Jahren beschließt, die PKV zu wechseln, werden die Beiträge nicht übernommen. Üblicherweise wird eine erneute Gesundheitsprüfung durchgeführt. Sollte die Person innerhalb der 15 Jahre eine Allergie entwickelt oder eine andere kritische Krankheit gehabt haben, wird der Beitragssatz üblicherweise  angepasst. Die Folgen eines solchen Wechsels wären eine geringere Altersrückstellung in Kombination mit höheren Beiträgen.

Generell ist ein Wechsel  möglich, wenn der neue Tarif dem alten  ähnlich ist. Sollte es einen zu großen Leistungsunterschied geben, ist ein Wechsel ohne allumfassende Beitragsneuberechnung in der Regel nicht möglich. Es wird mit Nachdruck empfohlen, sich bei einem Wechselwunsch innerhalb der privaten Krankenversicherungen von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten zu lassen.

In jedem Fall müssen die Kündigungsfristen eingehalten werden. Diese betragen drei Monate, je nach Versicherung, zum Kalender- oder Versicherungsjahresende. Zuvor muss die Mindestversicherungszeit abgelaufen sein, die  bis zu drei Jahre lang ist.

Wechsel von PKV nach GKV

Vielen Menschen werden die beständig steigenden Beiträge der privaten Krankenversicherer mit der Zeit zu teuer, sodass sie zurück zu einer gesetzlichen Krankenkasse wechseln möchten. Es gibt andere Gründe, zurück zu wechseln, beispielsweise, wenn sich ein Selbstständiger entscheidet, in ein Angestelltenverhältnis zu wechseln. Während der Wechsel hin zu einer privaten Krankenversicherung noch einfach ist, gestaltet sich der Wechsel in die andere Richtung deutlich komplizierter.

Wechsel private in gesetzliche Krankenkasse für Angestellte

Angestellte, deren Jahres-Bruttoeinkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze, welche 2019 bei 60.750 Euro lag, liegt, haben  keine Chance auf den Wechsel. Um wieder gesetzlich krankenversichert werden zu können, müssen sie ihr Gehalt reduzieren, um unter diese Grenze zu kommen. Ausnahmen gibt es für Menschen, die sich vor 2013 privat krankenversichert haben. Für sie liegt die Einkommensgrenze bei 54.450 Euro brutto pro Jahr.

Wechsel private in gesetzliche Krankenkasse für Selbstständige

Die Jahresentgeltgrenze gilt auch für ehemals Selbstständige. Wer als Selbstständiger privat krankenversichert war, darf als Angestellter ebenfalls nicht mehr verdienen, um wieder in die GKV eintreten zu können.

Menschen in der zweiten Lebenshälfte haben es  ohne die Einkommensgrenze schwer, überhaupt in eine GKV zu wechseln. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen ein Höchstalter für die Aufnahme festlegen. Oftmals liegt dies bei 45 Jahren. Wer älter ist, hat bei diesen Krankenkassen keine Chance. Noch schlechter stehen die Chancen für Menschen über 55 Jahre.

Menschen dieses Alters müssen in den vergangenen fünf Jahren nicht nur mindestens einen Tag lang gesetzlich versichert gewesen sein. Darüber hinaus mindestens 2 ½ Jahre lang Versicherungspflicht bestanden haben. Wer zum Beispiel selbstständig war oder ein Gehalt über der Entgeltgrenze bezogen hat, kann nicht wieder zurück wechseln. Es gibt die Chance, in die Familienversicherung des Ehepartners zu wechseln. Das geht nur, wenn das eigene Einkommen maximal 445 Euro im Monat beträgt.


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