Krankenkassenvergleich

 

Krankenkassenvergleich: Ärzte
Ärzte behandeln noch immer privat & gesetzlich versicherte Patienten unterschiedlich

Augen auf bei der Krankenkassenwahl – das gilt für jeden, der bares Geld sparen möchte, ohne dafür auf gewünschte Leistungen verzichten zu müssen. Der Krankenkassenvergleich macht es möglich, unzählige passende Angebote unkompliziert zu finden. Doch dazu sollten einige Details beachtet werden. Dazu gehört nicht nur der Vergleich von gesetzlicher Krankenkasse (GKV) mit private Krankenkasse (PKV).

Worauf ist bei eine Krankenkassenvergleich zu achten?

Krankenkassen gibt es reichlich in Deutschland. Ihre Unterschiede sind teilweise gravierend. Vielfach legen Suchende den Hauptfokus auf die Kosten. Das betrifft vor allem die private Krankenversicherung. Fehlt es dann an bestimmten Leistungen, kann es auch mit der günstigsten privaten Krankenversicherung plötzlich enorm teuer werden, wenn Zahlungen aus eigener Tasche geleistet werden müssen.

Beim Krankenkassenvergleich sollte der Preis in jedem Fall zweitrangig mit einfließen. In erster Linie kommt es bei der Suche einer passenden Krankenkasse auf ganz andere Dinge an. Diese beziehen sich vordergründig auf:

  • das Alter
  • die individuelle Lebenssituation
  • den Gesundheitszustand

Während für (chronisch) kranke und / oder ältere Menschen meist die Erreichbarkeit Vorort sowie der Kundenservice und spezielle Behandlungsangebote wie beispielsweise Chronikerprogramme, interessant sind, sind für junge, gesunde und flexible Personen in der Regel umfangreiche Leistungen, Bonusprogramme und ein günstiger Tarif wichtig.

Zusätzlich unterscheiden sich die Krankenkassen in weiteren Bereichen. Hier sollten Interessenten genau überlegen, was sie tatsächlich für einen Versicherungsschutz benötigen und ob manche Angebote wie beispielsweise Betragsrückerstattungen oder Bonusleistungen, für sie lohnenswert sein könnten.

Beispiel:
Manch einer bevorzugt die Geselligkeit im Krankenhaus in einem Mehrbettzimmer. Andere legen Wert auf Ruhe und Ungestörtheit in einem Einbettzimmer. Zweiteres ist in der Regel deutlich teurer. Oder sind die mitzuversichernden Kinder sehr anfällig für Infektionskrankheiten und es ist damit zu rechnen, dass einige Arztbesuche im kommenden Vertragsjahr anstehen werden? Dann ist vermutlich die Chance auf eine hohe Betragsrückerstattung geringer. Allerdings weisen in diesem Punkt die Krankenkassen teilweise deutliche Unterschiede in der Berechnungsgrundlage auf.

Kassenvergleich: Zusatzleistungen

Private Krankenkassen bieten meist Versicherungspakete an, die sich über die Grundversicherung über Standard- bis hin zum Premiumpaket erstrecken. Hier liegen die Unterschiede in dem Leistungsumfang. Nicht jeder benötigt Premiumleistungen, sondern steht finanziell vielleicht besser da, wenn ein, zwei oder drei Zusatzleistungen zum Grundversicherungspaket hinzugewählt werden. Auf diese Weise kann der Kranknversicherungsschutz exakt auf die individuellen Ansprüche angepasst werden.

Bei der gesetzlichen Krankenkasse hingegen ist der Leistungsumfang gesetzlich geregelt. Dennoch können auch hier Zusatzleistungen hinzugewählt werden, die aus eigener Tasche zu finanzieren sind. Bei den Zusatzleistungen variieren die Preise.

Wer sich genau darüber im Klaren ist, was an Krankenversicherungsleistungen benötigt wird und Geld durch besondere Angebote wie Bonusprogramme und Beitragsrückerstattungen sparen möchte, kann über den Krankenkassenvergleich passende Angebote zum bestmöglichen Preis ausfindig machen.

Krankenkassenvergleich: Was ist wichtig?

  • Erreichbarkeit (wo die nächste Geschäftsstelle, Telefonerreichbarkeit, Öffnungszeiten, Online-Kontakt)
  • Zusatzleistungen wie Haushaltshilfen, Impfungen, Vorsorgemaßnahmen, Pallativmedizin
  • Wahltarife
  • Bonusprogramme
  • Beitragsrückerstattungen
  • Kostenübernahme von Gesundheitslehrgängen oder -kursen
  • Attraktiver Hausarzttarif
  • Kostenübernahme bei alternativen Behandlungen wie Akupunktur und Homöopathie
  • Kompetente Hilfestellung bei medizinischen Fragen und gegebenenfalls Therapiefehlern
  • Vermittlung und Unterstützung von Terminen bei Fachärzten
  • Zahlungsermäßigungen
  • Chronikerprogramme

PKV und GKV im Vergleich

GKV PKV Kassenvergleich
Gesetzliche oder private Krankenversicherung: Was ist „besser“?

Grundsätzlich wird bei Krankenversicherungen zwischen den beiden Systemen der gesetzlichen Krankenversicherung (kurz GKV), und der privaten Krankenversicherung (kurz PKV) unterschieden.

Private Krankenversicherung

Welche sich als die passendere erweist, hängt in erster Linie von dem Einkommen, der beruflichen Tätigkeit sowie der individuellen Lebenssituation ab. Die PKV basiert auf dem sogenannten Individualprinzip. Das bedeutet, dass Versicherte selbst für den Versicherungsschutz ihres persönlichen Krankheitsrisikos sorgen. Die Berechnung erfolgt aufgrund verschiedener Faktoren:

  1. Gesundheitlicher Zustand bei Beginn des Versicherungsschutzes
  2. Eintrittsalter
  3. Tarif-/Leistungsumfang

Gesetzliche Krankenkasse

Das gesetzliche Krankenversicherungssystem funktioniert auf dem Solidaritätsprinzip. Der gesetzliche Krankenversicherungsschutz wird prozentual nach Einkommen berechnet. Daraus ergibt sich, dass Besserverdienende mehr Krankenkassenbeiträge zahlen, als beispielsweise der Geringverdiener. Familienangehörige wie Kinder oder Ehepartner, die über ein nur geringes oder gar kein Einkommen verfügen, können in der Regel beitragsfrei über den Versicherten mitversichert werden. Bei der PKV ist jedes Familienmitglied kostenpflichtig mitzuversichern.

Während aufgrund bestehender Krankenversicherungspflicht eine GKV für Jedermann zur Verfügung steht, beschränkt sich die freie Entscheidungswahl bei einer PKV auf folgende Personengruppen:

  • Studenten
  • Arbeitnehmer mit hohem Einkommen
  • Beamte
  • Selbstständige & Freiberufler

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema private Krankenversicherung Voraussetzungen 2019.

Lohnenswert ist eine PKV dann, wenn das Einkommen so hoch liegt, dass in einer GKV der Höchstsatz zur Abrechnung kommen würde. Vor allem Nicht-Arbeitnehmer, die ihre Versicherungsbeiträge vollständig ohne Arbeitgeberanteil bezahlen müssen, kann sich eine PKV durchaus lohnen. Voraussetzung sollte sein, dass ein „sicheres“ Einkommen vorhanden ist. Mit diesem sollten die medizinischen Kosten vorausbezahlt werden können.

Zudem zeigen sich GKV oftmals ablehnend, wenn es um die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung geht. Diese ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Aus diesem Grund sollte eine genaue Überlegung stattfinden, bevor man sich für eine PKV entscheidet, die allerdings zahlreiche Vorteile mit sich bringen kann.

Krankenkassen Tests

Private Krankenversicherung Test 2018

Von einer guten, empfehlenswerten privaten Krankenversicherung ist zu sprechen, wenn sie ein erstklassiges Leistungsniveau bietet, das den Versicherten in allen Lebenslagen einen optimalen Schutz gewährleistet. Gleichzeitig macht eine gute PKV ein ausgeglichenes Preis-Leistungs-Verhältnis aus, das verglichen mit anderen Krankenversicherungsanbietern, preislich nicht viel höher im Preis liegen sollte. Doch gerade hier finden sich gravierende Unterschiede.

In zahlreichen Testergebnissen überzeugen manche Krankenkassen durch eine ausgezeichnete Mischung aus Preis und Leistungen.

In Abhängigkeit des jeweiligen Versicherungsschutzpakets zeichnen sich einige PKV durch gute/sehr gute Testergebnisse aus, was sie zu den Testsiegern 2018 machen, wie sie von Focus-Money ermittelt wurden:

Grundschutz

  • AXA „EL Bonus, Komfort Zahn-U, Kur-U/100
  • Debeka „NW
  • HanseMerkur „Business Fit (KVS1), KUT/100
  • R+V „Agil classic pro U

Standartschutz (inklusive Physiotherapie, Krankenfahrstühle, Zweibettzimmer und mindestens 60 Prozent Kostenerstattung für Zahnersatz)

  • Allianz „AktiMedPlus100
  • Barmenia „einsAprima1+
  • Debeka „N

Top- oder Premiumschutz (mit Standardleistungen plus Erstattungen von Heilpraktikerbehandlungen, Einbettzimmer, Implantate sowie mindestens 80 Prozent Kostenübernahme für Zahnersatz)

  • Debeka „N, NC
  • DKV „BMK1, BMZ1
  • Hallesche „NK.Bonus

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema private Krankenversicherung Test.

Gesetzliche Krankenkassen Test

Focus Money nahm in Kooperation mit dem Deutschen Finanz-Service Institut GmbH 65 gesetzliche Krankenkassen genauer unter die Lupe. Vorrangig galten folgende Kriterien:

  • Service
  • Wahltarife
  • Bonusprogramme
  • Alternative Medizin
  • Digitale Leistungen wie beispielsweise Gesundheits-App oder Online-Schulungen
  • Transparenz bezüglich der Höhe von Widersprüchen und Klageverfahren von Versicherten

Im Vergleich der gesetzlichen Krankenkassen wurde die Techniker Krankenkasse wie bereits im Vorjahr Testsieger. Auf dem zweiten Platz befindet sich die Hanseatische Krankenkasse. Platz drei wurde an die IKK Südwest vergeben. Die Techniker sowie die Hanseatische Krankenkasse sind bundesweit geöffnet. Die IKK Südwest beschränkt ihre Angebote auf Hessen, das Saarland sowie Rheinland-Pfalz.

Billigste Krankenkasse im Vergleich

Billigsten privaten Krankenkassen

Unter den privaten Krankenversicherungen zeigt sich ein Tarif der Württembergische KV AG als das günstigste Angebot. Der Tarif KSU3000 PVN kostet monatlich nur 74 Euro. Allerdings beinhaltet dieser einen Selbstbehalt von 3.000 Euro. Diesen monatlich umgelegt, erscheint die Versicherung mit 324 Euro nicht mehr so günstig, wenn der Selbstbehalt zum Einsatz kommt. Der Tarif ist für männliche Versicherte bis zum 22. Lebensjahr oder für Auszubildende bis maximal einem Alter von 33 Jahren. Er beinhaltet Grundleistungen zuzüglich folgende Attribute:

  • 2-Bett Zimmer
  • Pflegeversicherung mit einem Preis von 18,27 Euro
  • Keine Altersrückstellungen

Billigste gesetzliche Krankenkasse

Als günstigste GKV zeigt sich 2019 zum fünften Mal in Folge die Handelskrankenkasse mit Sitz in Bremen. Sie bietet nicht nur den niedrigsten Beitragsprozentsatz, sondern lässt Versicherte zusätzlich durch einen Beitragsvorteil von bis zu 1000 Euro zur aktuellen Krankenkasse profitieren. Bei einem Bruttogehalt von 1800 Euro spart ein derzeit Barmer-Versicherter beim Krankenkassenwechsel zur HKK jährlich über 76 Euro.

Gesamtbeiträge plus Zusatzbeiträge der günstigsten Anbieter im Überblick:

  1. HKK: 14,99 Prozent – Zusatzbeitrag 0,39 Prozent
  2. BKK Firmus: 15,04 Prozent – Zusatzbeitrag 0,44 Prozent
  3. BKK Verbund Plus: 15,1 Prozent – Zusatzbeitrag 0,5 Prozent
  4. IKK Gesund Plus: 15,2 Prozent – Zusatzbeitrag 0,6 Prozent
  5. Audi BKK sowie Techniker: 15,3 Prozent – Zusatzbeitrag 0,7 Prozent

Beitragsentwicklung bei den Krankenkassen

Beiträge gesetzliche Krankenversicherung

Krankenkassenprämien vergleichen
Beiträge der Krankenkassen steigen – nicht nur in der PKV

Bei der GKV ist in den letzten Jahren ein kontinuierlicher Anstieg der Beiträge zu beobachten gewesen. Dies beruhte vor allem auf der Tatsache, dass die Kosten für gesundheitlichen/medizinischen Versorgungen gestiegen waren. Des Weiteren rechnen Medizin-Unternehmen immer teurer ab, was nicht zuletzt auf den ebenfalls gestiegenen Forschungs- und Entwicklungskosten im Medizinbereich zurückzuführen ist. Haben Krankenkassen beispielsweise für ein Antibiotikum vor Jahren noch durchschnittlich 20 Euro erstattet, so stieg das gleiche Medikament im Preis teilweise um 30 Prozent an.

Ein weiterer Aspekt ist bei dem steigenden Lebensalter zu finden. Menschen werden in Deutschland immer älter. Entsprechende Mehrausgaben verzeichneten die Krankenkassen dementsprechend. Um die Differenzen auszugleichen, haben die gesetzlichen Krankenkassen ihre Beiträge erhöht. Lagen sie im Jahr 1975 noch bei durchschnittlich 10.5 Prozent, wurde bis 2009 ein Anstieg von 5 Prozent auf 15.5 Prozent verzeichnet. Mittlerweile konnten die Krankenkassen in Kooperation mit Ärzten und Krankenhäusern vor allem in Bezug auf teure Markenprodukte durch günstigere Medikamente Gelder einsparen. Leider haben sich Einsparungen auch im Bereich von Pflegebedarf sowie Kulanz-Leistungen gezeigt. Wo Entscheidungen im Ermessensbereich der Sachbearbeiter lagen/liegen, fallen diese heute aus Kostengründen vermehrt zum Nachteil des Versicherten aus. Positiv hat sich dies aber auf die heutige Entwicklung ausgewirkt, denn die Beitragssätze 2019 liegen teilweise wieder bei unter 15 Prozent.

Beiträge in der privaten Krankenversicherung

Bei den privaten Krankenkassen sieht es ähnlich aus, wenngleich das Beitragsmodell anders funktioniert. Zwischen dem 21 und 60 Lebensjahr haben Versicherte einen 10-prozentigen Zuschlag als sogenannte Altersrückstellung zu zahlen. Damit wurde Defizite für Versicherte ab dem 65. Lebensjahr finanziert, die in der Regel deutlich höhere Kosten verursachen. Die Kalkulationen kamen ins Schwanken, sodass auch PKV ihre Beiträge anheben mussten. Auch hier trägt die höhere Lebenserwartung der Versicherten zusätzlich zu Beitragserhöhungen der letzten Jahre bei. Eine Konstante ist bisher noch nicht erreicht worden, sodass weitere Erhöhungen in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich sind.

Krankenversicherung Vergleich: Leistungen

Leistungen der GKV

Die Leistungen von gesetzlichen Krankenkassen werden durch den Gesetzgeber zu 90 Prozent geregelt. Dazu zählen vor allem ambulante Konsultationen sowie stationäre Leistungen im Krankheitsfall, Zahnbehandlungen, Kostenbeteiligungen von Medikamenten, Reha-Maßnahmen, Physiotherapien sowie Zahlung von Pflegegeldern im Pflegefall. Zuzahlungen, die durch den Versicherten geleistet werden müssen, fallen ebenfalls unter die gesetzliche Regelung, sodass bei den Grundleistungen sowie Zuzahlungen beispielsweise für Medikamente, Zahnersatz oder Heil- und Hilfsmittel, keine Unterschiede bei den gesetzlichen Krankenkassen zu finden sind.

Zusätzlich bieten GKV aber auch besondere Leistungen und/oder Angebote an. Darunter fallen zum Beispiel:

  • Erstattung von bestimmten Sportkurse bei medizinischer Indikation, wie beispielsweise Yoga oder Rückentraining
  • Präventivkurse zum Beispiel zur Raucherentwöhnung
  • Zuschüsse zur professionellen Zahnreinigung

Leistungen der PKV

Bei der privaten Krankenkasse sind als Grundleistungen der ambulante sowie stationäre Versicherungsschutz sowie zahnärztliche Behandlungen und Arzneimittel immer enthalten. Je nach gewählten Tarif können die Einzelvereinbarungen der Kostenübernahme verabredet sein. Zu den weiteren möglichen Leistungen zählen bei einer PKV:

  • Reha-Maßnahmen
  • Hebammenleistungen
  • Fahrkosten
  • Krankentagegeld
  • Hilfsmittel
  • Psychotherapie
  • Zahnersatz

Krankenkassen Zusatzbeitrag

Zum 1. Januar 2015 trat die neue Regelung eines Zusatzbeitrages nach Paragraf 242 SGB V n. F. für gesetzliche Krankenkassen in Kraft. Dieser wurde eingeführt, um die immer größer werdenden Engpässe auszugleichen, wie sie ab Anfang des 21. Jahrhunderts ihren Beginn fanden. Zudem war es ein Ziel, durch den Zusatzbeitrag den Wettbewerb zwischen den gesetzlichen Krankenkassen anzukurbeln sowie das Bewusstsein für die Kosten bei Versicherten zu sensibilisieren.

Der Zusatzbeitrag wird von jeder GKV selbst berechnet und festgesetzt. Manche liegen weit unter der 1-Prozent-Marke, andere GKV verlangen weit über 1 Prozent. Die Handelskrankenkassen besitzt zum Beispiel 2019 einen Zusatzbeitrag von 0.39 Prozent und ist damit in diesem Bereich der günstigste Anbieter. Den höchsten Zusatzbeitrag berechnet die Viactiv Betriebskrankenkasse mit derzeit 1.7 Prozent.

Bei den privaten Krankenkassen gibt es keinen klassischen Zusatzbeitrag.


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